--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
1946
Glückliche Zeit
Wir schreiben das Jahr 1938, laut der Menschlichen Zeitrechnung. Na ja, bei uns Drachen läuft es halt ein wenig anders! Menschen und Drachen leben schon seit Ewigkeiten zusammen und es gab nie größere Konflikte oder sonstige Gewalttaten. Mein Name ist Gregor, ich bin ein junger Erddrache. Von der Schnauze bis zur Schwanzspitze messe ich ungefähr 57 Meter und habe eine Spannweite von 78 Meter. Aufgerichtet messe ich so in etwa 12 Meter. Meine Schuppen haben einen Blau ton. Meine Kindheit verbrachte ich bei meinen Menschlichen Adoptiveltern Manfred und Erika in Düsseldorf am Rhein. Meine Richtigen Eltern lernte ich leider nie kennen. Hmm, am liebsten würde den ganzen Tag Rinderhälften futtern, aber das wäre etwas teuer! Ja, ich bin etwas verfressen! Ich war nicht gerade ein leicht erziehbarer Drache, muss ich schon zugeben! Ich hab häufig die Schule geschwänzt und hab mich einfach in der Gegend umgesehen. Eines Tages jedoch traf ich auf einen Ausgewachsenen Erddrachen. Diese Begegnung sollte mein Leben nachhaltig beeinflussen. Er war nämlich Mitglied des Drachen Korps der Armee. Er war schon etwas länger dabei und schwärmte geradezu davon, das es für einen Drachen eine Ehre wäre, sein Land zu schützen und wenn nötig sein Leben zu geben. Auch, das man von jeden respektiert werde! Nun ja, ich war Jung und beeinflussbar. Da war es doch nicht verwunderlich, dass ich das Drachen Korps toll fand! Seit dieser Begegnung schwänzte ich nicht mehr und arbeitete mich Noten mäßig wieder hoch. Schließlich schaffte ich es anfang 1939 auf die Uni, ebenso die meisten meiner Freunde.
Eines Morgens kam ich mal wieder nicht aus dem Bett und Mutter versuchte mich wach zu kriegen. War schon nicht mehr so leicht, da ich ja schon richtig groß war.„Gregor! Wach endlich auf! Hörst du nicht, du sturer Drachenrebell?“ „Ooooh, nur noch 5 Minuten Mama.“ „Nix ist! Komm, aufstehen und frühstücken! In 30 Minuten kommen deine Freunde!“ Das ließ mich aufschrecken! „WAS? SCHON SO SPÄT??? VERDAMMT!“!“ Im Eiltempo schwang ich nun meinen Hintern aus dem Bett und eilte runter, um noch schnell etwas zu essen. Wobei ich schon bei meiner nicht gerade geringen Größe schon aufpassen musste, nichts zu zerdeppern. Dabei war ich noch Nichteinmahl ausgewachsen! Und schon kurz nach dem Frühstück tauchten Hans, Thomas und Katarina auf, meine Freunde von der Universität. Thomas war ein ebenfalls ein Drache, allerdings ein Kleiner. Um genau zu sein, er war ein Wasserdrache. Er baggerte mal wieder Katarina an, die ihn jedoch wie immer abblitzen ließ. „Na Gregor, schön gelernt?“ „Gelernt? Wofür denn?“ „Na für die Prüfung heute! Sag bloß, du hast es vergessen!“ Ich bekam keinen Ton heraus. „Haha, so ein großer Kopf und dann so ein löchriges Erinnerungsvermögen!“ „Halt dein Schandmaul, Thomas!“ Schmollend drehte sich Thomas von Hans und Katarina weg. „Komm Gregor, wir müssen los.“ Ich nickte Hans zu und hielt ihm und Katarina meine Klaue hin. Wie gehabt stiegen beide auch drauf, worauf ich schon abheben wollte. Jedoch verließ just in diesen Moment Vater das Haus und winkte uns noch zu. „Na ihr? Wie geht’s euch den so?“ Gut, Danke der Nachfrage Major!“ Vater war wirklich Major bei der Wehrmacht. Er trug seine Uniform, was wohl hieß, dass er in die Kaserne zurück musste. Wie auf Bestellung fuhr den Haus ein Kübelwagen vor. Schließlich breitete ich meine Flügel aus und erhob mich mit meinen Freunden in die lüfte.
Nach 30 Minuten Flugzeit kamen wir bei der gemischten Uni, die wir aber alle nur „Freiluft Uni“ nannten, an. Es war eine Universität für Drachen und Menschen, wo jeder gleich behandelt wurde. Ich war jedoch nervös, als ich gelandet war! Die erste Prüfung stand direkt in der ersten Stunde an! „Hoffentlich vergeig ich es nicht! Zu hause würde jemand nen Anfall kriegen!“ „Ach, dein Vater wird dir schon nicht den Kopf abreißen!“ „Wer redet den von meinen Vater?“ Es ging nun geradewegs in den Klasseraum. Dieser war groß genug für Drachen meiner größe. Und da kam unser Klassenlehrer, Dr. Greif, der ebenfalls ein Drache war, wenn auch nur Menschengroß. . „Guten Morgen, ich hoffe sie haben alle für die Geschichtsprüfung gelernt, den nun wird es Ernst! Katarina, Gregor, teilt bitte die Bögen aus.“ Katarina teilte die Bögen für die Menschlichen Schüler aus, ich an die Drachenschüler. Nun, nachdem alles verteilt war, ging es los. „Sie haben 1 Stunde zeit. Beginnen sie…jetzt!“ Und sogleich wurde es extrem ruhig in der Klasse. Nur aus meiner Ecke kamen Geräusche! Genauer gesagt, von mir, weil ich auf meinen Bleistift rumkaute. „Verdammt, verdammt! Wann hatten wir das noch mal? Und das? Ohje…“ Die Stunde war schneller rum, als mir lieb war. „So, legen sie jetzt ihr Schreibzeug beiseite und bringen die Bögen nach vorne!“ Nun würde es nervenaufreibend werden! Hatte ich es vergeigt? In diesen Ungewissen ging der Tag an der Uni zu ende. „Hey Gregor, was hast du für ein Gefühl bei deinem Ergebnis?“ „Ein Mieses!“ „Ach komm, wirst schon nicht durchgefallen sein. Komm, Hans, Thomas und ich wollten noch etwas unternehmen! Komm doch mit, das bringt dich sicher auf andere Gedanken!“ „Danke!“ Quasi sofort waren meine Sorgen erstmal wie weggeblasen. Der Tag konnte noch gut werden….







