Der Wind
Der Wind, der Wind, das himmlische Kind, er raschelt durch die Blätter, ruckelt an den Bäumen und spielt mit unsern Haaren. Weht hierhin, weht dorthin und ist immer da. Ist stark, ist schwach, je nachdem ihm beliebt. Öffnet Fernster, Türen, ja sogar ein ganzes Haus. Kommt, geht, spielt mit uns seine Spielchen. Man spürt ihn auf der Haut und doch ist er unsichtbar für uns. Ist der Herrscher der Lüfte. Mal warm, mal kalt so spürt man ihn. Blätter rascheln und bewegen sich im Takt. Angenehm durchstreift er alles. Ist ein Hauch und doch so stark. Schließe die Augen und lausche, lausche was er Dir zu sagen hat. Gibt Antwort auf all Deine Fragen und doch schweigt er. Je nach Lust und Laune steht er vor Dir, doch Du siehst ihn nicht. Spürst nur seinen leisen Atem auf der Haut. Ein Schauer durchfährt Dich und Du fröstelst, doch er nimmt Dich liebevoll und voller Vorsicht in seine kräftigen Arme und gleich wird Dir wieder warm. Unerklärliches wird wahr und doch bleibt es geheimnisvoll. Nie wird man das Geheimnis lüften um den Wind. Lässt Dich fallen. Der Wind weidet Dich in seinen Armen, umschließt Dich und schirmt den Fall ab. Landest so sanft wie eine Katze und doch weißt Du nicht wie es möglich war. Ein Schutzpatron ist der Wind, doch Du kennst des Rätsels Lösung nicht. Breitest Deine Arme aus und drehst Dich, drehst und wendest Dich. Tanzt fröhlich mit dem Wind. Er fährt Dir durch’s seidige Haar, berührt Dich sanft und doch kann er Dich nicht wirklich haben. Erschrickst, doch genießt Du diese zarte Berührung, weißt nicht von was es kommt, doch lauscht Du. Lauscht, was der Wind Dir flüstert. Schließt die Augen und lauschst. Er erzählt Dir von einer Liebe, von seiner Liebe und Du begreifst jetzt alles. Begreifst, warum er Dich gerettet hat. Du öffnest die Augen und erblickst ihn. Ihn, der wahrhaftig vor Dir steht. Reichst ihm Deine Hand und er nimmt sie. Diese Liebe, seine Liebe, die ganze Zeit war sie bei ihm und nun bleibt sie für immer bei ihm. Seine Liebe das warst DU. Schon von Anfang an als er Dich erblickt hatte, war es Liebe. Konnte Dich nicht mehr los lassen, musste nur noch an Dich denken, wollte Dich sehen und nun, ja nun bist Du bei ihm und dankbar, dankbar ihn auch zu lieben, denn selbst Du mochtest ihn schon immer, den Wind.


