Die Drachen aus dem Buch der Drachen

Auch auf unserem Planeten gibt oder gab es Drachen. Der Drachenexperte Montse Sant hat sich damit näher beschäftigt und anhand von Mythen und Legenden einiges herausgefunden. Ich werde versuchen, hier die wesentlichen Aspekte zusammenzufassen. Wer alles aber ganz genau wissen will, sollte sich Das Buch der Drachen besorgen. Jetzt aber zu den Drachen:

 

Es gibt drei große Drachenfamilien: die Erddrachen, die Wasserdrachen und die Feuerdrachen, auf die ich später zusprechen komme. Zunächst aber was man vorab über unsere Drachen wissen sollte.

Die Drachen werden 500 bis 1000 Jahre alt, es ist aber auch nicht bekannt, dass ein Drache jemals an Altersschwäche gestorben wäre. Sie sind warmblütig und müssen sich daher nicht wie andere Reptilien in der Sonne aufwärmen. Drachen können sprechen, ihre angeborene Sprache ist Latein. Sie lernen mit der Zeit aber auch noch andere Sprachen dazu. 
 

Zu ihren Freizeitbeschäftigungen zählen Poesie und vor allem Musik. Sie hören gerne den Gesang einer weiblichen Stimme, sind aber auch selbst sehr begabte Sänger.

Drachen lieben Rätsel. Am Hofe des Drachenvaters werden sogar Wettbewerbe ausgetragen. Außerdem sammeln sie Schätze, die sie in den Höhlen horten, in denen sie leben.


Drachen sind sehr begabte Magier. Einige Drachen schaffen sich mittels schwarzer Magie untote Diener, die selbst nach ihrem Tode noch ihr Schätze bewachen. Allerdings verwenden die meisten Drachen die schwarze Magie nur selten. Am bekanntesten ist, dass sich Drachen in Menschen verwandeln und so verkleidet unter Menschen leben. Wobei Weibchen diese Illusion länger halten können als Männchen.
 

 

Jede der 3 Drachenarten hat einen Drachenvater (König), ein weises und gerechtes Männchen. Er ist das Oberhaupt der Drachen, und jeder Drache seiner Art schwört ihm die Treue. Seine Aufgabe ist es, Streitigkeiten zu schlichten, den Jungdrachen ihre wahren Namen zu geben und zu entscheiden, wann die jungfräulichen Drachenweibchen zur Paarung bereit sind. Alte unfruchtbare Weibchen, die sich von der Welt zurückgezogen haben, helfen ihm dabei. Sie sind in der Magie sehr geübt, tragen den Titel Königin und haben die volle Autorität am Hofe des Drachenvaters.
Außerdem bestimmen sie auch den Nachfolger des Drachenvaters.


Weibliche Drachen sind selten und scheu und werden deshalb besonders vorsichtig und aufmerksam umsorgt.

 

Bei der Paarung folgen die Männchen dem Weibchen und versuchen es zu fangen. Nachdem es sich mit einem Männchen gepaart hat, legt es ein Ei, um das sich das Männchen alleine kümmern muss. Danach begibt es sich zurück an den Startplatz, wo die anderen Männchen warten, und das Spiel geht von vorne los. Das Weibchen paart sich mit jedem paarungsbreiten Männchen. Aber nur aus dem ersten Ei schlüpft ein Weibchen, die darauffolgenden werden alle männlich. Weibchen werden nach dem Schlüpfen direkt zum Drachenvater gebracht, an dessen Hof sie aufwächen.

 

 

Jetzt zu den unterschiedlichen Arten:
 

Der Erddrache (Draco rex cristatus)

Diese Drachenart ist sehr zahlreich und weit verbreitet. Mit einer Länge von 15 bis 30 Metern und einer Flügelspannweite von bis zu 30 Meter sind sie die größten der drei Arten. Sie haben eine grünlich-braune Färbung und sind ausgezeichnete Flieger, denn sie nutzen die Thermik perfekt aus. Einige von ihnen können Feuer speien, aber die Kraft der Flammen kommt nicht annähern an die der Feuerdrachen ran.

Erddrachen sind Einzelgänger, allerdings lassen sie sich im Alter gerne von einem Pagen begleiten, den sie in der Weisheit der Drachen unterrichten und der ihr gesamtes Vermögen erbt.

Zur Regenzeit, wenn in der afrikanischen und asiatischen Wüste die Blumen blühen, ist die Paarungszeit. Die Paarung findet in der Luft statt.

Nach dem das Weibchen ein Ei gelegt hat, bewacht der Vater es in der Wüste, bis die Schale hart geworden ist. Dann bringt er es an einen sicheren Ort, wo der junge Drache ohne Gefahr schlüpfen kann. Nach dem Schlüpfen ist das Junge ca. 60 cm lang und seine Flügel befinden sich noch in Säckchen. Mit 8 bis 9 Monaten ist es etwa so groß wie ein großer Hund. In diesem Alter folgt es noch seinen Instinkten, da seine Intelligenz noch nicht ausgeprägt ist. Bei Erreichen des Jünglingsalters (ca 2 Jahre) wird die Fürsorge durch den Vater mehr und mehr eingeschränkt. Der Jungdrache wird langsam sich selbst überlassen. Nun kann der kleine Drache schon Tiere von der Größe eines Schafes erlegen. Mit dem Heranwachsen beginnen sich die Flügel zu entfalten, seine Intelligenz prägt sich aus und die angeborenen Kenntnisse in lateinischer Sprache kommen zum Vorschein, außerdem jagt es nun alles, was ihm vor die Nase kommt. Während dieser Zeit ist der Drache ein stolzer Kämpfer und interessiert sich weniger für Poesie oder Magie. Das ist auch die Zeit, an der er den meisten Schaden anrichtet. Er hat noch keinen festen Wohnsitz, aber sein Interesse an Juwelen regt sich schon.

Nach dem Erreichen des 4. Lebensjahrs macht er sich auf den Weg zum Hof des Drachenvaters, wo er soziale Gebräuche der Drachen und die Kunst der Magie lernt. Wenn er diese Phase abgeschlossen hat, erhält er seinen geheimen Namen. Danach wird der Drache entweder selbstständig oder er wird Page eines älteren Drachen.

Ein selbstständiger Drache baut/sucht sich eine Höhle, in dessen Zentrum sich die Schätze befinden, auf denen er schläft. Rundherum sind die Räume für die Diener, die dafür sorgen, dass die Höhle sauber ist. Sie sorgen auch für die Schuppenpflege des Drachen und werden keinesfalls schlecht behandelt.
 

 

Wasserdrachen (Draco splendens)

Diese Drachen sind recht selten, was wohl an ihrem empfindlichen Magen liegt. Sie ernähren sich ausschließlich von Jungfrauen. Ihr Lebensraum sind Seen, egal ob Salz- oder Süßwasser. Als sehr gute Schwimmer besitzen sie ein enormes Lungenvolumen und können zusätzlich noch Sauerstoff im Magen speichern. Durch die Anpassung an das Leben unter Wasser kann er nicht mehr so gut fliegen und gleitet oft nur kurze Strecken. Sie sind ca. 7 Meter lang und haben eine blaue Färbung. Wasserdrachen sind schöner und eleganter als Erddrache. Ihre Stimme ist wohlklingender und sie besitzen einen ausgeprägten Sinn für alles Schöne. Es ist seltsam, dass man einen Wasserdrachen ohne Gegenwehr abführen kann, wenn man es schafft, eine Schlinge um seinen Hals zu knüpfen.


Nach der Paarung bringt das Männchen das Ei zum Trocknen an den Strand, denn die Paarung wird unter Wasser vollzogen. Der Vater bewacht das Ei bis es schlüpft, dann ist der junge Drache auf sich selbst gestellt. Der Vater bleibt aber in der Nähe und passt auf, dass sich keiner an dem Kleinen vergreift. Er besucht es aber bei Nacht. Das Junge lebt während dieser Zeit von tropischen Früchten. Wenn der Jungdrache einen Meter lang ist, lernt er das Schwimmen, und wenn der Vater von seinen Schwimmkünsten überzeugt ist, verlässt er ihn. Von nun an lebt das Junge im Wasser und nicht mehr an Land und frisst jetzt Seeanemonen. Das Erste, was er nun tut, ist sich auf den Weg zum Drachenvater zu machen um seine Ausbildung zu erhalten. Nach einer Weile folgt er dann dem Golfstrom um sich eine dauerhafte Heimstätte zu suchen. Während dieser Reise wird er erwachsen.
 

Ein ausgewachsener Wasserdrache frisst nur einmal im Monat. Er bewohnt ein großes, sehr geschmackvoll eingerichtetes Höhlensystem, das nur vom Wasser aus zu erreichen ist. Auch diese Drachen haben Diener.


 

 

Feuerdrachen (Draco flameus)

Die Feuerdrachen sind die seltensten der drei Drachenarten. Sie leben in aktiven Vulkanen. Die Paarung wird an diesem heißen Ort vollzogen. Feuerdrachen verbringen ihre gesamte Jugend dort. Erst als Erwachsener begeben sie sich für seltene Jagdausflüge in die Außenwelt. Allerdings nur bei Nacht, denn sie sind Nachtaktiv, und dann auch nur bei sehr trockener Witterung. Feuchtigkeit ist gefährlich für diese Drachen wegen der Schuppenkorrosion. Das ist eine Krankheit, die durch Feuchtigkeit ausgelöst wird. Hierbei lösen sich die Schuppen, so dass die empfindliche Haut bloßliegt, und dass führt zu Verbrennungen, da nur die Schuppen sie vor der Hitze schützen. Die Schuppen haben eine Metall-Asbest-Legierung, die in vielen Farben schimmert von goldgelb bis rot, kupfer und schwarz.

Bei der Jagd verbrennt der Drache Landstriche und frisst dann die verkohlten Tierleichen. Sein Feuer erhält er durch eine Mixtur aus Phosphor und Methan, die er in einem zweiten Magen speichert. Diese entzündet sich an der Luft. Ihre Lieblingsspeisen sind Kohlenwasserstoffe wie Öl oder Bitumen. Davon frisst er sehr viel, aber benutzt diese auch zum Reinigen und Polieren seines Schuppenpanzers. Feuerdrachen verbringen viel Zeit mit Reinigung.

Auch wenn es sich nicht so anhören mag, ist diese Art die freundlichste, friedliebendste und geselligste der drei Arten. Sie leben in Kolonien, die von Weibchen geführt werden. Dennoch gibt es einen Drachenvater. Die Drachen unternehmen viel miteinander und haben eher wenig Kontakt mit Menschen. Nur zur Jagd gehen sie alleine, um die Beute nicht zu verscheuchen. Kolonien liegen wegen Platzmangel oft sehr nah zusammen.

 

UNTERARTEN DER FEUERDRACHEN:

Der Kleine Feuerdrache (Draco flamula)

Dieser Drache wird höchstens 2 Meter lang und bewohnt Schornsteine von Kraftwerken. Er hat sich an die Temperatur und die dortige Schwefelkonzentration angepaßt. Seine Schuppen haben schwefelgelbe und rostfarbene Töne, und er speit nur sehr kleine Feuerzungen. Diese Drachen sind ausgesprochen destruktiv, da sie im Flug einen Schwanz von schwefelhaltigen Gasen hinter sich herziehen, der für den sauren Regen verantwortlich ist.

Gelehrte nennen diese Drachen eher einen Rückschritt als eine Weiterentwicklung, was der Verlust der Muttersprache und die fehlende soziale Organisation beweist.

Die anderen Drachen sind ihnen eher abgeneigt.

 

Der Sizilianische Drache (Pirofagus estupidus catalanus)

Diese Feuerdrachenunterart ist ausgesprochen selten. Man findet ihn nur in den Kratern des Ätna auf Sizilien. Er hat glanzlose Schuppen und kurze Stummelbeine. Zum Feuerspeien ist er in der Lage, allerdings atmet er diese aber auch wieder ein, was zu Verbrennungen der Speiseröhre führt. Ihm fehlt die Sprachfähigkeit, weshalb ihn sein Entdecker auch als “Unfall der Evoltuion” stempelte.

 

Der goldene Drache

Dieser Drache ist der am meisten verehrte Drachenheld. Obwohl er zu keinem der drei Elemente gehört (Erde, Wasser und Feuer), vereint er alle drei auf natürliche Weise in sich. Er hat die gößte Schönheit, denn er ist einzigartig, rein und schön. Weder Feuer noch Wasser noch Luft sind ihm fremd. Nur ein Mensch ist sein Freund, und nur 3 Menschen haben ihn je gesehen. Er war an keinen aggressiven Tätigkeiten beteiligt und ist ohne Fehl und Tadel. Er ist Wächter und verteidigt das verzauberte Schloß, wo ein Ritter reinen Herzens den heiligen Kelch in Ergebenheit bewacht. Der heilige Kelch ist das Taufbecken von Frieden, Natur und Leben. Nur 3 Menschen haben ihn gesehen, doch nur einer von ihnen war ohne Sünde und seiner würdig. Der goldene Drache war ausersehen diesen Ritter mit dem Kelch zum verzauberten Schloß zu bringen, wo beide über den Kelch wachen bis er eines Tages zurückkehren kann zur Erde, um Frieden zu bringen zwischen Mensch und Drache.

Näheres ist über den goldenen Drachen nicht bekannt.